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Regina Jank Mittwoch, 1. April 2026 von Regina Jank

DJG: Frauen. Macht. Demokratie.

Impulse vom Bundesfrauenkongress 2026

Der 13. Bundesfrauenkongress der dbb Bundesfrauenvertretung am 20. und 21. März 2026 in Berlin stand unter dem Leitmotiv „Jetzt oder nie: Frauen. Macht. Demokratie.“ Bereits dieser programmatische Titel machte deutlich, dass es nicht um abstrakte Gleichstellungsfragen ging, sondern um grundlegende Weichenstellungen für die Zukunft des öffentlichen Dienstes und unserer demokratischen Gesellschaft insgesamt.

Grundsatzentscheidungen für die gewerkschaftliche Frauenpolitik

Der Bundesfrauenkongress ist weit mehr als eine reine Austauschplattform. Als höchstes Gremium der dbb Frauen werden hier im Fünfjahresrhythmus die inhaltlichen Leitlinien für die frauen- und gewerkschaftspolitische Arbeit festgelegt. Die diskutierten Themen und gefassten Beschlüsse entfalten unmittelbare Wirkung für die kommenden Jahre und damit auch für die gewerkschaftliche Arbeit sowie die praktische Gleichstellungspolitik im öffentlichen Dienst.

Gleichberechtigte Teilhabe und Führungspositionen im Fokus

Im Mittelpunkt der Beratungen standen insbesondere die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen, der Zugang zu Führungspositionen sowie die strukturellen Rahmenbedingungen, die es Frauen im öffentlichen Dienst erleichtern oder erschweren, ihre beruflichen und persönlichen Lebensentwürfe miteinander zu vereinbaren. Dabei wurde erneut deutlich, dass Gleichstellung nicht allein eine Frage individueller Entscheidungen ist, sondern maßgeblich von den bestehenden Strukturen innerhalb der Verwaltung und der Arbeitsorganisation abhängt.

Politische Impulse zur Gleichstellungspolitik

Die politischen Impulse aus dem Kongress unterstrichen diese Perspektive deutlich. In den Beiträgen wurde hervorgehoben, dass Gleichstellung eine Frage der Gerechtigkeit und zugleich ein verfassungsrechtlicher Auftrag ist. Ebenso wurde betont, dass Themen wie Gewaltschutz, Parität und gesellschaftliche Teilhabe nur als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und gemeinsam umgesetzt werden können.

Strukturelle Veränderungen statt individueller Anpassung

Ein zentraler Gedanke des Kongresses war die Erkenntnis, dass nicht Frauen sich an bestehende Strukturen anpassen müssen, sondern die Arbeitswelt stärker an die Lebensrealitäten angepasst werden muss. Damit rücken Fragen der Arbeitszeitgestaltung, der Personalentwicklung, der Führungskultur und der Organisation von Verwaltung zunehmend in den Mittelpunkt moderner Gleichstellungspolitik im öffentlichen Dienst.

Bundesweite Herausforderungen auch in Baden-Württemberg

Der Austausch auf Bundesebene zeigte deutlich, dass viele der Herausforderungen, die in Baden-Württemberg bestehen, bundesweit in ähnlicher Form auftreten. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass es bereits zahlreiche Lösungsansätze und Praxisbeispiele gibt, an die die gewerkschaftliche Arbeit und Gleichstellungspolitik in den Landesverbänden anknüpfen können.

Gleichstellung als Bestandteil moderner Personalpolitik

Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Anforderungen an den öffentlichen Dienst, wachsender Arbeitsbelastungen und sich verändernder gesellschaftlicher Rahmenbedingungen kommt der Gleichstellung eine noch stärkere Bedeutung zu. Sie ist kein Zusatzthema, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Personalpolitik, einer funktionierenden Verwaltung und einer zukunftsfähigen öffentlichen Dienststruktur.

Konsequenzen für die Arbeit der DJG Baden-Württemberg

Die Impulse aus dem Bundesfrauenkongress werden in die weitere Arbeit im Landesverband einfließen. Ziel bleibt es, Gleichstellung nicht nur politisch zu fordern, sondern konkret zu gestalten – mit praxisnahen Lösungen, die den realen Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst Rechnung tragen und zugleich Perspektiven für die Zukunft der Beschäftigten in der Justiz und der Verwaltung eröffnen.

Gleichstellung braucht verbindliche Strukturen

Der Kongress hat deutlich gezeigt, dass Gleichstellung nicht durch Absichtserklärungen allein erreicht wird. Entscheidend sind klare Strukturen, verbindliche Maßnahmen, eine moderne Arbeitsorganisation und der gemeinsame Wille von Politik, Verwaltung und Interessenvertretungen, notwendige Veränderungen tatsächlich umzusetzen. Gleichstellung bleibt damit eine zentrale Zukunftsaufgabe für den gesamten öffentlichen Dienst.

Regina Jank
Stv. Landesvorsitzende
und Gleichstellungsbeauftragte
der DJG-BW

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