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Reinhard Ringwald Montag, 10. Juli 2023 von Reinhard Ringwald

Spassfaktor oder Gesundheitskiller?

Sinnhaftigkeit von Arbeit in der Justiz

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit den rechtspolitischen Sprechern der Fraktionen, die GRÜNEN, SPD, FDP und CDU hat sich der Vorstand der DJG-BW zu dem Thema "Arbeit in der Justiz Baden-Württemberg: Spassfaktor oder Gesundheitskiller" unterhalten. Die Veranstaltung fand in Räumen der BBBank eG, einem Kooperationspartner der DJG-BW, in Karlsruhe statt. Die Moderation hat Kai Rosenberger, Landesvorsitzender des BBW übernommen.

Erschienen waren für die GRÜNEN Thomas Henschel, für die SPD Jonas Weber, für die CDU Arnulf von Eyb und für die FDP Nico Weinmann. Das Vorstandsteam der DJG – BW war vertreten durch den Landesvorsitzenden Reinhard Ringwald und seine Stellvertreter Renate Conrath, Rudi Siefermann und Thorsten Klay.

Moderator Rosenberger ist bei der Einführung zu dem Thema darauf eingegangen, dass die Generation Z im öffentlichen Dienst durchaus nach der Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit fragt beziehungsweise sie hinterfragt. Immer mehr Arbeit wird auf immer weniger Schultern übertragen, so Moderator Rosenberger.

Arnulf von Eyb, CDU

ist sich sicher, dass Arbeit natürlich Spaß und Freude bereiten muss. Aus meiner Erfahrung und Gesprächen mit jungen Menschen weiß ich, dass die Sinnhaftigkeit von Arbeit äußerst wichtig ist.

Nico Weinmann, FDP

stellt fest, dass Arbeit auf jeden Fall Spaß machen muss. Deswegen gehört zu der gestellten Frage auf jeden Fall dazu, dass Arbeit attraktiv sein muss. Ein ausreichender Personalkörper ist genauso wichtig wie die Neubesetzung von freiwerdenden Stellen beziehungsweise zusätzlichen Stellen. Neben der personellen Ausstattung ist die sachliche Ausstattung ein zweiter wichtiger Faktor. Die zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel müssen verlässlich sein und funktionieren. Und zwar so funktionieren, dass das eigene Arbeitstempo von Soft- oder Hardware nicht ausgebremst wird. Schließlich ist ein dritter Faktor wichtig: die Sicherheit am Arbeitsplatz. Es darf nicht sein, dass Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst sich vermehrt Angriffen auf Leib und Leben gegenübersehen.

Jonas Weber, SPD

stellt fest, dass der Umgang von Menschen mit Menschen zunehmend aggressiver wird. Wir stellen ferner fest, dass Menschen im Alter zwischen 50 und 60 aufgrund des immensen Arbeitsdrucks und der immensen Arbeitsverdichtung immer weniger leistungsfähig werden und im Gegenzug physische und psychische Krankheitsbilder zunehmen. Deshalb müssen wir darüber reden, wie wir Menschen im fortgeschrittenen Alter länger im Berufsleben halten können. Es darf nicht pauschal einfach ein Lebensalter von 70 Jahren politisch festgelegt werden. Man muss sich Gedanken darüber machen, wie man den Arbeitsalltag von älteren Arbeitnehmern angenehmer gestalten kann. Bei der ganzen Problematik mit dem Personalmangel dürfen wir das vorhandene Personal nicht vergessen. Das vorhandene Personal wird immer weniger und gleichzeitig müssen weniger Personal immer mehr Arbeit in weniger Zeit schultern.

Thomas Hentschel, GRÜNE

bestätigt, dass wir schauen müssen, dass wir die Stellen, die wir haben auch mit geeignetem Personal besetzt bekommen. Wir müssen dem arbeitsuchenden Personal viel besser nahebringen das eine Beschäftigung in der Justiz attraktiv ist. Die Reduzierung der Wochenarbeitszeit würde aktuell nur dazu führen, dass der Arbeitsdruck beim vorhandenen Personal steigt, weil es an Nachwuchs fehlt

Drittes Thema

Die Meinungen der parteipolitischen Sprecher zum weiteren Thema lesen Sie im August 2023 auf unserer Website. Mitglieder kennen den Inhalt schon vorher.

Nico Weinmann, FDP

Ein ausreichender Personalkörper ist genauso wichtig wie die Neubesetzung von freiwerdenden Stellen beziehungsweise zusätzlichen Stellen.

Jonas Weber, SPD

Das vorhandene Personal wird immer weniger und gleichzeitig müssen weniger Personal immer mehr Arbeit in weniger Zeit schultern.

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